Erfahrungsbericht Einstellungstest Landespolizei Schleswig-Holstein

Landesflagge Schleswig-Holsteins

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Ich habe mich im Oktober für den gehobenen Dienst des Polizeivollzugsbeamten bei der Landespolizei Schleswig-Holstein beworben. Schon lange verfolgt mich der Wunsch, bei der Polizei zu arbeiten. Dementsprechend schickte ich meine Bewerbung dann ab. Im November 2017 war es dann soweit. Ich habe meinen Brief von der Polizei Schleswig-Holstein bekommen in dem stand, dass ich zum Einstellungstest eingeladen bin. Ich habe mich sehr gefreut, da ich schon lange auf eine Antwort gewartet habe.

Der vorgegebene Termin war ca. 3 Wochen entfernt und ich fing an, mich den Vorgaben entsprechend vorzubereiten. Der Einstellungstest beinhaltet den kognitiven Leistungstest, den Sprach- und Bildungstest, den Sporttest und das Diktat. Auf den kognitiven Leistungstest und das Diktat habe ich mich nur wenig vorbereitet, da ich mir gedacht habe, dass dies nicht sonderlich schwer werden würde. Da ich ebenfalls ziemlich sportlich bin habe ich hier ebenfalls wenig Vorbereitung gebraucht. Ich empfehle jedoch jedem, dass eine Vorbereitung für jeden dieser Teile fördernd für ein erfolgreiches absolvieren des Tests ist.

Da ich als einer der wenigen in Eutin bei der Polizeiakademie einen Schlafplatz angefordert hatte, reiste ich schon einen Tag früher an. Die Unterkunft habe ich mir mit zwei Mitbewerbern teilen müssen, was aber nicht weiter schlimm war. So hat man schonmal Leute gefunden, die mit einem den Tag zusammen durchstehen konnten. Von der Sauberkeit her und dem Komfort glich es einer Unterkunft in einer Jugendherberge, also nichts Besonderes aber auch nicht weiter zu bemängeln. Es hab sogar zu meinem erfreuen freies W-Lan, was mir den Abend schon einmal nicht so eintönig gestaltete.

Der Einstellungstest

Nun war es also so weit. Der Tag auf den ich so lange hin gefiebert hatte ist eingetroffen. Ich machte mich auf den Weg zum Polizeigelände in Eutin. Nach vorzeigen meines Einladungsschreibens und einem Ausweis durfte ich das abgesicherte Gelände betreten. Es ähnelt sehr einer Kaserne. Am 19.12.2017 saß ich dann mit ca. 20 weiteren Bewerbern im Obergeschoss eines kleinen Gebäudes, welches nicht weit entfernt vom Eingang des Geländes lag. Pünktlich um 7:30 traf ein Mitarbeiter des zentralen Einstellungsdienstes ein und informierte uns über organisatorische Dinge und den allgemeinen Tagesablauf. Zu den Informationen gehörte ebenfalls wo sich der Weg zur Toilette befindet. Nach recht ausführlicher Einweisung in die Vorgehensweisen und Regeln der Tests verging auch schon eine halbe Stunde und es wurde mit dem kognitiven Leistungstest begonnen.

Der Sprach- und Bildungstest (nur für gehobenen Dienst)

Ein wichtiger Bestandteil der Eignungsprüfung
Sprach- und Bildungstest

Der Sprach- und Bildungstest bestand aus drei Fragebögen mit unterschiedlichen Fragen. Jeder dieser Bögen beinhaltete einen Themenbereich: Natur und Technik, Deutsch und politische Bildung. Aus jeweils 36 unterschiedlichen Fragen mussten wir dann größtenteils im Multiple-Choice-Verfahren ankreuzen oder andere Fragen schriftlich beantworten. Für jeden dieser Aufgabenkataloge hatten die Bewerber eine bestimmte Zeitvorgabe. Wenn die Zeit abgelaufen war, durfte keiner mehr weiterschreiben.

Die Themenbereiche haben mich in ihrer Komplexität sehr überrascht, denn das abgefragte Wissen ging in manchen Fragen weit über die Allgemeinbildung hinaus. Daher hat mir und vielen weiteren Bewerbern nur raten geholfen, da ebenso meine Mitbewerber wie auch ich diese Themenbereiche unterschätzten. Es wurden auch allgemeine Informationen zum Land Schleswig-Holstein abgefragt wie zum Beispiel die Namen von gewissen politischen Regierungsbeamten des Landes oder geografische Merkmale. Ebenso kamen Wortanalogien im Deutschkatalog und Rechtschreibungsaufgaben dran. Hier wurden zum Beispiel vier Sätze vorgegeben, aus denen man dann den Satz ankreuzen sollte, welcher einen Rechtschreibfehler hatte.

Im Bereich Natur und Technik kamen allgemeine chemische Fragen oder Aufgabenkomplexe mit naturwissenschaftlichem Hintergrund dran. Zum Beispiel aus welchen Stoffen sich Salzsäure zusammensetzt. Ebenso waren auch hier bei verschiedenen Aufgaben wieder vier verschiedene Antwortmöglichkeiten gegeben, aus denen man dann auswählen sollte welche einem richtig erscheint.

Der kognitive Leistungstest

Hier ist vor allem logisches Denken gefragt!
Der kognitive Leistungstest

Im kognitiven Eignungstest wurde das logische Denken, Zusammenhänge finden und Similaritäten finden abgeprüft. Auch hier gab es verschiedene Themenkomplexe und ein weiteres Arbeitsheft, welches separat ausgeteilt wurde. In diesem durfte man die nächste Seite nur nach Anweisung umschlagen. Auf einem weiteren Blatt sollte man dann die entsprechende Antwort ankreuzen. Als erstes wurden verschiedene Bilderreihen mit Formen gezeigt, unter welchen man dann dasselbe oder ein ähnliches finden sollte. Zum Beispiel zwei Vierecke mit einem Kreis. Die Aufgabe bestand dann darin, ein weiteres Bild zu finden, auf welchem ebenfalls zwei Vierecke mit einem Kreis in der selben Konstellation vorzufinden waren wie auf dem Beispielbild. Dieser Aufgabentyp hat sich dann durch mehrere Seiten durchgezogen.

Ein weiterer Aufgabenkomplex beinhaltete das räumliche Denken. Hier war ein Würfel gegeben, welcher auf jeder Seite verschiedene Zahlen hatte. Nun galt es rauszufinden, von welcher Seite der Würfel zusehen war, wenn er sich zum Beispiel nach links dreht. Da die Aufgaben so geordnet sind, dass sie zunehmend schwieriger werden, wurde auch dies zum Ende hin zu einem Ratespiel. Uns wurde jedoch auch am Anfang gesagt, dass es besser sei lieber zu raten als das Feld leer zu lassen.

Der letzte Aufgabenkomplex des kognitiven Eignungstestes bestand aus Zahlenreihen zusammensetzten oder Buchstabenreihen zu vervollständigen. Zum Beispiel A B A B und dann sollte man diese Reihe fortführen. Wer allerdings ein gutes räumliches Denken vorweist sollte hiermit kein Problem haben. Jedoch empfehle ich jedem, sich vorzubereiten, denn mir ist es teilweise schon schwergefallen.

Das Diktat

Das Diktat

Nach jedem Testteil erfolgte dann eine ausreichende Pause zum Luftschnappen oder um etwas zu Essen. Zum Schluss der schriftlichen Tests erfolgt dann das Diktat. Ich finde diese Reihenfolge ziemlich unpraktisch, da das Denkvermögen an diesem Punkt schon ziemlich erschöpft ist und man sich kaum noch konzentrieren kann. Ein neuer Lehrer hat uns dann in das Diktat eingewiesen und die Vorgehensweisen erklärt. Wenn wir ein Wort nicht verstanden haben oder es zu schnell waren, sollten wir uns dies kennzeichnen oder an den Rand schreiben. Falls wir uns nicht sicher sind, wie man ein Wort schreibt, darf man dies am Rand des Zettels ausprobieren. Für jeden Fehler gibt es einen ganzen Punkt Abzug. Zum Schreiben haben wir uns selbst Stifte mitgebracht, dass Blatt auf dem geschrieben wurde haben wir jedoch vom Mitarbeiter des Einstellungsdienstes bekommen. Nach einer kleinen Fragerunde ging es auch schon los mit dem ca. 250 Wörter langen Text.

Das Diktat geht um ein aktuelles, gesellschaftliches oder politisches Thema und liegt im Niveau eines 10. Klasse Diktats. Es ist also nicht ungewöhnlich anspruchsvoll, hatte aber eindeutig seine fiesen Stellen an denen man nahezu gezwungen war sich zu verschreiben oder ein Komma zu vergessen. Als dann manche Sätze mit 3-4 Kommas bestückt waren, ist mir das schon ziemlich komisch vorgekommen und ich habe meinen Text am Ende der Zeit noch einmal überarbeiten dürfen. Dazu haben alle Bewerber nochmal Zeit bekommen. Nach nachträglicher Berichtigung meinerseits wurden die Diktate dann eingesammelt und wir wurden in eine kurze Mittagspause entlassen. Nach 4 Stunden schriftlichem Konzentrieren ging es nun weiter zum Sporttest.

Der Sporttest

Nach der Mittagspause um ca. 12:30 begaben wir uns dann in die Sporthalle, welche am anderen Ende des Geländes lag. Dort trainierten noch die Polizeianwärter, so dass wir etwas später erst in die Halle gelassen wurden. Uns wurde von vielen Seiten alles Gute und viel Glück gewünscht. Die Auszubildenden und Studierenden waren sehr freundlich und kaum abstoßend zu uns Fremden. Nachdem sich dann alle umgezogen vor dem Sportlehrer eingefunden hatten, wurde uns der Parkour erklärt. Am Anfang wurden wir direkt darauf hingewiesen, dass wir uns nicht hinsetzten durften, denn dann hat dies für ihn den Anschein, dass wir gesundheitlich nicht mehr ausreichend in der Lage sind den Parkour zu absolvieren. Jeder der sich nach dem Parkour aus Erschöpfung hinsetzten wollte, wurde dementsprechend auch ermahnt, dass das Hinsetzen wohl zu unterlassen sei. Ebenso gab es die Vorgabe, Sportschuhe mit hellen Sohlen zu tragen. Dies wurde aber auch schon im Einladungsschreiben erwähnt.

 

In diesem Bundesland gibt es nur einen Parkour als Sporttest. Dieser beinhaltet zwei Böcke, über die gesprungen werden muss, dann noch einen Barren der durch eine bestimmte Technik überwunden werden muss und eine Rolle vorwärts, welche kurz vor dem Rundenende absolviert werden sollte. Wir konnten die Geräte vor den Durchlauf schonmal ausprobieren. Dies ermöglichte ein entspannteres Gefühl beim Durchlauf, da man die Geräte schon kannte. Der Parkour war kreisförmig in der Halle aufgebaut und musste 4 ½ mal umrundet werden. Hierzu gab es verschiedene Zeitvorgaben unter denen der Parkour absolviert werden musste. Man startete immer zu zweit. Der erste von beiden Bewerbern ist losgelaufen und wenn dieser dann eine halbe Runde geschafft hat, ist der nächste gestartet. Dieser Teil wurde auch von allen bis auf einem Mitbewerber geschafft. Es ist wirklich sehr anstrengend gewesen, weshalb ich sehr bereut habe, mich nicht großartig vorbereitet zu haben. Auch wenn der Parkour nicht schwierig erscheint, ist er jedoch eine hohe körperliche Belastung auf kurzen Zeitraum. Deshalb trainieren, trainieren, trainieren!

Der Sporttest ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Eignungsprüfung!
Der Sporttest

Polizei Einstellungstest Auswertung und Ergebnis

Nach dem Sporttest wurde allen ihr Ergebnis mitgeteilt und eine Auswertung mit den Bewerbern hat noch in der Halle stattgefunden. Die anderen Ergebnisse wurden uns jedoch erst einige Wochen später postalisch mitgeteilt. Wir haben uns nun ohne jegliche Begleitung umgezogen und waren vom Einstellungstest entlassen. Nach dem verlassen des Geländes hatte ich ein recht zwiegespaltenes Gefühl im Bauch, denn der Sporttest war zwar geschafft, jedoch wusste ich bei den anderen schriftlichen Tests nicht, ob diese nun erfolgreich waren oder nicht. Im Allgemeinen war ich aber zufrieden mit meinen Leistungen und war froh, endlich zuhause in mein Bett zu fallen und auf den Brief von der Einstellungsstelle der Polizei in Schleswig-Holstein zu warten.

Etwa einen Monat später bekam ich dann den besagten Brief mit der Bestätigung, dass ich den Test erfolgreich absolviert habe und zum Prüfungsteil zwei, dem mündlichen Teil, zugelassen wurde. Also nehmt es nicht so ernst und es ist wirklich zu schaffen!

Die Dinge die im Bewerbungsgespräch, sowie dem Referat abgefragt werden, kann man nicht verallgemeinern, da dort die Themen und Fragen in jedem Bewerbergang variieren. Seid ihr selbst und zeigt euch von eurer besten Seite, dann seid ihr dem Traumberuf des Polizisten schon ein Stück näher.


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