Kriminalpolizei

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Kriminalpolizeimarke

Die Kriminalpolizei ist der ermittelnde Teil der Polizei. Jede Polizeidienststelle hat in der Regel eigene Kriminalkommissariate, in denen die Ermittlungen zu verschiedenen Deliktsbereichen regionaler Kriminalität stattfinden. Darüber hinaus gibt es in jedem Bundesland noch ein Landeskriminalamt (beim Bund das Bundeskriminalamt). Die Landeskriminalämter befassen sich mit besonderen oder herausragenden Delikten, auch im überregionalen Bereich. Darüber hinaus sind beim LKA oft Servicedienstleister wie das kriminaltechnische Untersuchungslabor (KTU) angesiedelt, die andere Dienststellen unterstützen können.

Anders als du denkst

Kriminalpolizisten werden in der Popkultur oft falsch dargestellt. Die Arbeit eines Kriminalbeamten besteht zu einem überwältigendem Großteil nämlich aus Büroarbeit! Man hat eigentlich immer zahlreiche Akten, die man abarbeiten muss. Vernehmungen führst du auch hauptsächlich an der Dienststelle durch, in den aller seltensten Fällen fährst du raus, um jemanden zu vernehmen. Ab und zu bist du bei Durchsuchungen dabei oder begleitest Festnahmen. Der Hauptteil der Arbeit besteht aber aus Papierkram.

Sexualverbrechen, Mord oder Cybercrime – alles ist dabei

Die Beamten der Kriminalpolizei sind hoch spezialisiert. Es gibt für jeden Deliktsbereich ein eigenes Kriminalkommissariat. Ob Tötungs- oder Sexualdelikte, Cybercrime oder organisierte Kriminalität: dir stehen bei der Kriminalpolizei alle Bereiche der ermittelnden Polizeiarbeit offen.

Viele Bereiche sind dabei sehr belastend. Insbesondere im Bereich der Sexualverbrechen gegen Kinder berichten Kollegen häufig über Fälle, die ihnen nicht aus dem Kopf gehen, die sie “mit sich rumschleppen”.

Wie kommt man zur Kriminalpolizei?

Die Kriminalpolizei stellt in der Regel nur Beamte des gehobenen Dienstes ein. Manche Bundesländer bieten einen Direkteinstieg zur Kripo an. Dort kann man bereits bei seiner Bewerbung entscheiden, ob man sich für die Kriminal- oder für die Schutzpolizei bewerben möchte.

Ansonsten ist ein Wechsel zur Kripo immer möglich. Man kann sich während seiner Karriere zu jedem Zeitpunkt bei der Kriminalpolizei bewerben, sofern Stellen ausgeschrieben sind. Es ist ein häufig vorkommender Karriereverlauf, dass Kollegen zuerst bei der Schutzpolizei anfangen und dort Erfahrung sammeln, bevor sie zur Kriminalpolizei wechseln.

Was verdient man bei der Kriminalpolizei?

Das hängt stark davon ab, in welchem Bundesland man sich befindet. In der Regel verdient man am Anfang als lediger Kriminalkommissar ca. 2.200 bis 2.300 € netto. Das erhöht sich alle 2 bzw. 3 Jahre durch die Erfahrungsstufen, die man automatisch sammelt. Bis zum Ersten Kriminalhauptkommissar steht einem der Karriereweg im gehobenen Dienst offen. Auch ein Aufstieg in den höheren Dienst ist möglich (über ein zweijähriges Masterstudium).

Einstellungstest Kripo

Der Einstellungstest für die Kripo entspricht dem der Schutzpolizei. Bestandteile sind – je nach Bundesland – ein Diktat, Intelligenztest, Sporttest und Assessment-Center.

All diese Bereiche kannst du in unserem Trainingsbereich üben und dich gut darauf vorbereiten!

nterview mit Kriminaltechnikerin Anja K.

Die Arbeit bei der Kriminalpolizei − auch Kripo genannt − ist sehr umfangreich und vielschichtig, zudem ist eine starke Psyche gefordert. Die Beamten bei der Kriminalpolizei arbeiten überwiegendverdeckt und sind im Gegensatz zu der Schutzpolizei hauptsächlich in Zivil unterwegs. Der aber wohl größte Unterschied gegenüber der Schutzpolizei liegt in der Verfolgung und Verhütung von Straftaten, und den damit verbundenen Aufgabengebieten der Kriminalpolizei.

Aufgaben der Kriminalpolizei

Die Kriminalpolizei ist für die Bekämpfung der schweren Kriminalität zuständig, darunter zählen aber nicht nur Mord und Tötungsdelikte. Der Aufgabenbereich der Kriminalpolizei umfasst alle Formen der Kriminalität, darunter zählen unter anderem Umwelt-, Rauschgift- und Wirtschaftskriminalität, des weiterem wird bei Diebstählen, Brandstiftung und Sexualdelikten ermittelt. In erster Linie untersuchen die Beamten der Kriminalpolizei Tatorte und sind für die Beweissicherung zuständig, außerdem werden mutmaßliche Täter vernommen. Zudem werden Zeugen und Opfer befragt um einen möglichen Tathergang herzustellen und Straftaten aufzuklären und Straftäter festzunehmen.

In der Serie „Das sind wir“ stellen sich verschiedene Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Berliner Polizei vor. Wir zeigen euch das Interview mit Anja K., 25 Jahre und Kriminaltechnikerin. Sie gibt einen kleinen Einblick in ihren Polizeialltag.

Interview mit Anja K., 25, Kriminaltechnikerin – Dienstgrad: Kriminalkommissarin (KK’in)

Mein Job bei der Polizei:

Zunächst war ich Spurensichererin bei der Kriminaltechnik beim LKA und seit kurzem arbeite ich für den Staatsschutz.

Weshalb und wie ich Polizistin geworden bin:

Ich habe 2009 mein Abitur beendet und mich danach für den gehobenen Dienst bei der Kriminalpolizei beworben. Nach dem mehrtägigen Auswahlverfahren stand ich glücklicherweise auf einem guten Ranglistenplatz, sodass ich zusammen mit 59 anderen Bewerbern im Oktober 2009 das Studium und somit den Weg zur Kriminalkommissarin beginnen konnte. Nach einigen wirklich anstrengenden Semestern konnte ich 2012 mein Studium erfolgreich beenden und wurde im Dezember 2012 von der Anwärterin zur Kommissarin befördert.

Meine bisherige Laufbahn bei der Polizei:

Auf eigenen Wunsch konnte ich nach dem Studium meine Laufbahn bei der Kriminaltechnik des LKAs beginnen. Hier wurde ich zügig eingearbeitet und konnte bereits nach kurzer Zeit bei der Spurensicherung und Auswertung tatkräftig unterstützen. Eingesetzt wurde ich überwiegend in den Bereichen der Schwerstkriminalität. Zu den Einsatzanlässen zählten neben größeren Marihuana-Plantagen, schweren Raubtaten und diversen Überfällen auf Banken auch vor allem die Bereiche der Delikte am Menschen. Häufiger fand ich mich daher an Tatorten von Tötungsdelikten, Sexualstraftaten oder schweren Körperverletzungen wieder. Vor kurzer Zeit habe ich, laufbahnbedingt, in den Bereich Staatsschutz, LKA 5, gewechselt.

Zu meinen Aufgaben gehört:

Während der Zeit bei der Spurensicherungsgruppe der Kriminaltechnik habe ich mich überwiegend mit den Themen Spurensicherung und Auswertung von daktyloskopischen (Fingerabdruck-) Spuren beschäftigt. Hier habe ich verschiedene Verfahren zur Sichtbarmachung und Sicherung von den unterschiedlichsten Spuren kennen und einsetzen gelernt. Neben den Fingerabdruckspuren und den DNA-Spuren gibt es eine Vielzahl weiterer Spuren, die helfen können, einen Täter ausfindig zu machen. Um rund um die Uhr für alle Polizeidienststellen erreichbar zu sein, wurde der Dienst in Form einer „normalen“ Arbeitswoche, von Montag bis Freitag, versehen und die Nacht- und Wochenendzeiten wurden über eine zusätzliche Rufbereitschaft abgedeckt.

Auf meiner neuen Dienststelle, im LKA 5, lerne ich die Sachbearbeitung kennen und bearbeite hier den Bereich der politisch motivierten Kriminalität.

An meinem Job gefällt mir besonders gut, das möchte ich nicht missen:

Mir gefällt an meinem Job besonders gut, dass man sich ständig neuen Aufgaben stellen kann. Man lernt nicht nur häufig neue Menschen kennen, sondern kann sich auch, je nach Interesse, weiterbilden und letztendlich für sich einen Bereich finden, in dem man engagiert und mit Spaß bei der Sache, arbeitet. Durch die Vielzahl der unterschiedlichsten Dienststellen kann hier nahezu jeder eine Abteilung finden, für die er sich besonders interessiert.

Mein Tipp für junge Interessenten und Berufsanwärter:

Besonders wichtig erscheint es mir, nie den Rundumblick zu verlieren. Häufig wird der Eindruck erweckt, dass Menschen nicht mehr „über den Tellerrand“ blicken. Dies beginnt bereits während der Ausbildung – egal welche Laufbahn (Kriminal- oder Schutzpolizei) angestrebt wird. Beide Bereiche sind für den jeweils anderen von enormer Bedeutung. Um sich für eine Richtung zu entscheiden, ist es auch wichtig, sich mit den einzelnen Aufgabengebieten auseinanderzusetzen. Auch sollte man sich darauf vorbereiten, dass man tagtäglich mit schweren Einzelschicksalen konfrontiert werden kann. 

Wichtig finde ich auch, dass das private Umfeld die Dienste zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Tagen akzeptiert und bei der Bewältigung von körperlichen und psychischen Belastungen unterstützt.

Das ist mein Ziel:

Neben dem Ziel am Ende des Jahres verbeamtet zu werden, freue ich mich auch darauf meine Stammdienststelle zu finden und mit meinem bis dahin angeeigneten Wissen die Kollegen unterstützen zu können.

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